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EU-Analyse: Wie Arbeitskräfte in Europa ausgebeutet werden
Hungerlohn, einkassierte Pässe, keine freien Tage: In Europa ist schwere Ausbeutung von Arbeitskräften in einigen Wirtschaftszweigen weit verbreitet. In Deutschland gibt vor allem die Baubranche Anlass zur Sorge.
Ausländische Arbeitnehmer haben in der EU ein ernsthaftes Risiko, ein Opfer von Ausbeutung im Job zu werden. Das ergibt eine Analyse der EU-Grundrechteagentur. Der Bericht stützt sich unter anderem auf rund 600 Gespräche mit Gewerkschaftern, Polizisten oder Mitarbeitern von Aufsichtsbehörden.
Jeder fünfte Befragte traf demnach mindestens zweimal pro Woche auf einen solchen Fall, heißt es in der Untersuchung. Zum Teil verdienten die Betroffenen nur einen Euro pro Stunde oder weniger, arbeiteten an sechs bis sieben Wochentagen und hätten keinen Vertrag. (..)
Da der Bericht (als pdf): http://ift.tt/1LZLIWf
Tatsächlich gewähren offenbar nur vier europäische Staaten ausländischen Arbeitnehmern den gleichen Schutz wie EU-Bürgern. Deutschland gehört dazu, obwohl es in einigen Branchen (insbesondere Bau, s.o.) immer noch erhebliche Missstände gibt. Gemessen an den hehren Ansprüchen, die sich die EU gern an die Brust heftet, finde ich das ziemlich bemerkenswert. Und so ganz nebenbei drängt sich die Frage auf, vor welchem Hintergrund man beispielsweise Us-amerikanische Verhältnisse wirksam kritisieren will, wenn das Unterlaufen von menschenwürdigen Standards schon vor der eigenen Haustür gang und gäbe ist. Jedenfalls könnte ich mir vorstellen, dass bei weitem nicht jeder Spargel oder Erdbeeren anbauende Landwirt seinen Saisonarbeitern den vorgeschriebenen Mindestlohn zahlt.
Report der EU-Grundrechteagentur: In Europa werden Arbeitskräfte ausgebeutet
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